SeHT e.V.

Berichte

19. Mai 2012

Treffpunkt Natur an der Fischtreppe in Gambsheim

Die Fischtreppe an der Rhein-Staustufe Gambsheim nördlich von Straßburg war am 19. Mai 2012 Ziel der Natur- und Wandergruppe der SeHT-Landesvereinigung Rheinland-Pfalz.


Zwischen Basel und Iffezheim bei Baden-Baden gibt es 11 Staustufen im Rhein. Diese erfüllen einen doppelten Zweck: Zum einen sollen sie den Wasserstand regulieren und damit die Gemeinden vor Hochwassergefahren schützen. Zum andern dienen sie der Stromerzeugung durch Wasserkraftwerke.


Staustufen sind unüberwindliche Hindernisse für Wanderfische wie Lachs und Aal. Um den Fischen dennoch zu ermöglichen, den Strom aufwärts zu schwimmen und ihre Laichgebiete in den Nebenflüssen des Oberrheins zu erreichen, wurden in Iffezheim und Gambsheim mit Millionenaufwand „Fischtreppen“ gebaut. Bei der Fischtreppe in Gambsheim handelt es sich um einen Betonkanal von 290 m Länge, der in 39 Becken unterteilt ist, die jeweils 25 cm Höhenunterschied aufweisen. Durch eine „Lockströmung“ werden die Wanderfische in den Kanal gelockt und Stufe für Stufe in das Oberwasser geleitet.


Im Besucherzentrum gibt es eine Ausstellung mit Informationstafeln über den Bau der Fischtreppe, die Rheinbegradigung und die Wiedereinbürgerung der Lachse. In einem Großaquarium sind heimische Fischarten zu sehen. An drei großen Schaufenstern kann man die Aufstiegsbecken unter Wasser betrachten und - wenn man Glück hat - vorbeiziehende Wanderfische beobachten.


In Gambsheim wurde die SeHT-Besuchergruppe von Sabine Hauss geführt. Axel Dannenmaier begleitete die Gruppe auch noch zu einem abschließenden Imbiss am Rheinufer gegenüber Karlsruhe.


Mit beiden Führern ebenso wie mit dem Wetter hatte die SeHT-Gruppe einen Glücksgriff getan: Sabine Hauss, ein waschechtes Badner Mädchen aus Freistett, hatte nicht nur das fachliche Wissen parat, sie wusste auch in ihrem alemannischen Dialekt anschaulich über die Hochwassergefahr zu berichten und sie hatte Tipps, wie man heimische Fische schmackhaft zubereiten kann.


Axel Dannenmaier ist Mitarbeiter des Kraftwerksbetreibers EnBW und zugleich im Nebenberuf, den er nach Abschluss seines Fischerei-Universitätsstudiums ausübt, Fischer im Rheinstrom und im Altrhein. Bei einer kurzen Wanderung über das Naturschutzgebiet auf der Insel Nauas südlich von Maximiliansau und bei der anschließenden Rast berichtete er anschaulich über die Ökologie von Rhein und Altrhein und über seine Erfahrungen als Fischer. Schließlich hatte Axel Dannenmaier auch noch für Anschauungsmaterial gesorgt Aale und Kaliko-Krebse, wie man sie im Rhein fängt und kulinarische Kostproben.


Bei diesem Treffpunkt Natur gab es nicht nur heile, unberührte Natur zu sehen. Vielmehr wurde in harten Gegensätzen sichtbar, wie Industrie, Baugebiete und Verkehr die Natur und die Landschaft am Oberrhein beeinträchtigen und bedrohen: Der Rhein als Schifffahrtskanal, die Energieerzeugung in Wasserkraftwerken und Kohleheizkraftwerken, der Landschaftsverbrauch durch Industrie und Neubaugebiete daneben aber auch die Bemühungen, die Gewässer als Lebensraum für Fische wiederzugewinnen und die Altrheinauen vor Zerstörung zu schützen.




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