SeHT e.V.

Berichte

29. September 2013

Selbständigkeitshilfe braucht den ehrenamtlichen Einsatz

SeHT beim Ehrenamtstag Rheinland-Pfalz


Die Selbständigkeitshilfe bei Teilleistungsschwächen Landesvereinigung Rheinland-Pfalz (SeHT) war beim landesweiten Ehrenamtstag 2013 auf der Hauptstraße in Speyer mit einem Informationsstand vertreten. Das war es ein „Heimspiel“ für die Landesvorsitzende Inge Bellmann, denn sie wohnt in Speyer und zahlreiche SeHT-Treffen und Tagungen, zuletzt die 25-Jahr-Feier, wurden in den Räumen der Speyerer St. Otto-Gemeinde durchgeführt.


Der Informationsbedarf über Teilleistungsschwächen und das Angebot an Hilfsmöglichkeiten ist nach wie vor groß. Das zeigte sich an dem regen Interesse von Besucherinnen und Besuchern, die bei SeHT stehen blieben. Zum Teil ging es in den Gesprächen um eigene Betroffenheit oder um die von Angehörigen, zum Teil um Nachfragen von Menschen, die bereits ehrenamtlich oder hauptberuflich im sozialen oder therapeutischen Bereich tätig sind, schließlich aber auch darum, wie man sich selbst in die Ehrenamtsarbeit einbringen kann.


An politischer und gesellschaftlicher Anerkennung des Ehrenamts fehlt es nicht. Das zeigt die 10-jährige Tradition des Ehrenamtstags, der von der Staatskanzlei organisiert und mit öffentlichen Mitteln und durch Sponsoren unterstützt wird, sowie an der im Fernsehen live übertragenen Preisverleihung. Die politische Prominenz war entsprechend zahlreich vertreten. Am Stand von SeHT konnten unter anderem die Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag, Julia Klöckner, sowie der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger begrüßt werden.


Die Landesvorsitzende Inge Bellmann freut sich über so viel politisches Interesse. „Das hilft uns und erhöht unseren Bekanntheitsgrad. Wichtig ist die öffentliche Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements. Es geht nicht ohne. Selbständigkeitshilfe kann weder durch Sozialhilfe noch durch Therapie ersetzt werden. Wir brauchen die aktive Mitwirkung der Betroffenen. Wir brauchen die Hilfe der Angehörigen. Wir brauchen Erzieher, Lehrer und Arbeitgeber, die Geduld und Verständnis haben für kleine und große Menschen mit Teilleistungsschwächen. Und wir brauchen Ehrenamtliche, die dabei helfen, den Verein zu organisieren, ein lebendiges Programm zu gestalten und die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen“.


Ohne Einsatz kein Erfolg


Die Selbständigkeitshilfe bei Teilleistungsschwächen hat im Jahr 2013 das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Inge Bellmann, seit 2005 Vorsitzende der Landesvereinigung Rheinland-Pfalz, sieht ebenso Erfolge wie weiter bestehende und neue Defizite. Die Sensibilität für gesellschaftliche Diskriminierung hat sich erhöht, neue staatliche Hilfen, Förderungsmöglichkeiten und Integrationsangebote sind geschaffen worden, viele neue Selbsthilfegruppen sind gegründet worden. ADHS die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung - vor 25 Jahren begrifflich noch nicht bekannt - hat breites öffentliches Interesse und Kontroversen hervorgerufen.


Die Chancen für Menschen mit Teilleistungsschwächen auf dem freien Arbeitsmarkt sind allerdings nicht gewachsen. Zwar gibt es immer wieder Arbeitgeber, die bereit sind, Menschen mit Teilleistungsschwächen einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu bieten. „Es sind aber immer noch zu wenige“, so Bellmann, „und immer noch gibt es zu viele leistungsfähige und leistungswillige Betroffene, die jahrelang erfolglos nach einem Arbeitsplatz suchen“.


„Integrationsbetriebe sind wichtig und wir freuen uns darüber, dass z.B. die Gartenschau Kaiserslautern und seit diesem Jahr auch die Kantine der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt von Integrationsbetrieben geführt werden. Wichtiger noch als Integrationsbetriebe aber sind Unternehmen, die von sich aus und ohne staatlichen Zwang oder Förderung bereit sind, Menschen mit Teilleistungsschwächen zu beschäftigen. Auch solche Betriebe gibt es natürlich und ich wünsche mir, dass es mehr werden“.


Nach wie vor haben Menschen mit Teilleistungsschwächen damit zu kämpfen, ihren Platz in Beruf und Gesellschaft zu behaupten. Eine eigene Wohnung zu unterhalten, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und gute Freunde zu finden, mit den eigenen Finanzen zurecht zu kommen, eine angemessene Berufstätigkeit ausüben und behalten zu können: Das alles ist für Menschen mit Teilleistungsschwächen mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Die Vereinigungen von SeHT sehen ihre Aufgabe darin, immer wieder auf diese Situation hinzuweisen, Hilfsangebote zu organisieren und Menschen dafür zu gewinnen, sich ehrenamtlich einzusetzen. Gelegenheit dafür gibt es reichlich, sei es im Jobpatenprojekt, bei den Trainingsfreizeiten, bei SeHT on Tour, bei Seminaren und Schulungen, bei der Organisation von Feiern und Tagungen, bei der Spenden- und Mitgliederwerbung oder bei der Vereinsorganisation. SeHT hat für jeden etwas zu tun.




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