SeHT e.V.

Berichte

20. März 2015

Eine Zeitreise in die Festung Germersheim

Am Weißenburger Tor empfängt uns die Bauersfrau Barbara Haag (Brigitte Hoffmann) aus Rülzheim, natürlich in entsprechender Kleidung des 19. Jahrhunderts. Sie erzählt von ihrem schweren Leben: sieben Kinder, die versorgt werden müssen, ein Mann, der sie nicht immer gut behandelt und oft mit den Mägden schäkert. Mehrmals in der Woche kommt sie in die Festung, die sie gut kennt. Denn sie bringt den Soldaten Obst, Gemüse und manchmal ein Stück Fleisch. So kann sie sich ein paar Pfennige dazu verdienen, um ihre Kinder zu ernähren.


Nach einem im Jahr 1815 gefassten Beschluss des Deutschen Bundes sollte die kleine Stadt Germersheim am Rhein zu einer starken und wehrhaften Festung mit Garnison ausgebaut werden, um zusammen mit Landau das linke Rheinufer gegen drohende Angriffe aus Frankreich zu schützen. Am 18. Oktober 1834 fand die Grundsteinlegung statt, doch bereits bei ihrer Fertigstellung war die, zuvor als uneinnehmbar geltende Festung überholt und durch den Fortschritt der Militärtechnik als veraltet anzusehen.


Die Festung aus der 3200m langen Stadtumwallung war in sechs Fronten aufgeteilt. Ihre stärksten Fronten waren die Fronte Beckers im Westsüdwesten und die Fronte Schmauß im Südsüdwesten. Wir gehen mit Barbara entlang der 480 Meter langen Fronte Lamotte, wandern durch den Graben der Fronte, welcher entlang der Queich führt, zur Fronte Beckers. Barbara zeigt uns auch die Gebäude, die als Provinzamt-Magazin, Garnisonsbäckerei, Kriegsmühle, Schlachthof und Lazarett fungierten. Beeindruckend: die Dächer der Gebäude können im Kriegsfall abgenommen und die Gebäude mit Sand aufgefüllt werden, so dass die Kanonenkugeln des Feindes auf Sand fallen. In das Kasino der Offiziere dürfen die einfachen Soldaten nicht hinein. Sie erhalten ja von der Bäuerin zusätzliche Verpflegung. Die unterirdischen Minengänge, durch die wir uns hindurch schleichen, faszinieren uns. Unterwegs allerdings müssen Klaus und Peter aufpassen: Beinahe werden sie als französische Spione entlarvt. Es geht gerade noch gut, denn Barbara warnt uns rechtzeitig.


Voll Begeisterung verabschieden wir uns von der Bäuerin bis zur nächsten Zeitreise.




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