SeHT e.V.

Berichte

19. September 2015

Arzneien nach mittelalterlichem Rezept selbst hergestellt
SeHT auf Besuch im Kloster Lorsch

Eine Halbtagesreise führte eine Gruppe der SeHT-Landesvereinigung Rheinland-Pfalz zu einem hervorragenden Kulturerbe in der Region zum Kloster Lorsch - und damit in die Welt des frühen Mittelalters.


Seit seiner Gründung um das Jahr 764 bis weit in das Hochmittelalter zählte das Kloster Lorsch zu den wichtigsten kulturellen Zentren in Mitteleuropa. Im „Lorscher Codex“ sind in über 3800 Urkunden die weit verstreuten Ländereien der alten Benediktinerabtei - von den Alpen bis zur Nordsee - verzeichnet. Der größte Teil der Urkunden stammt aus dem achten und neunten Jahrhundert, der Zeit Karls des Großen. Damit ist der Lorscher Codex so etwas wie das älteste Grundbuch der Region. Viele Städte und Gemeinden können ihre erstmalige Erwähnung auf den Eintrag im Lorscher Codex zurückführen.


Heute ist von den mittelalterlichen Gebäuden nur noch die sogenannte „Königshalle“ und ein Teil der Abteikirche übrig geblieben. Die Größe des Areals und die frühere Bebauung lassen sich allerdings an der Umgrenzungsmauer und an den Abmessungen eigens angelegter Rasenfelder nachvollziehen.


Die Führung durch die sachkundige und engagierte Historikerin Heike Wirth auf dem Welterbe-Areal konnte der SeHT-Gruppe ein lebendiges Bild der Baukunst und der Kultur im Mittelalter vermitteln. Ein zweiter Teil war einem Workshop gewidmet, wo die Besucher unter fachkundiger Anleitung selbst Arzneien nach mittelalterlichem Rezept herstellen konnten.


Die Rezepte stammen aus der ältesten medizinisch-pharmazeutischen Handschrift deutscher Herkunft, nämlich dem Lorscher Arzneibuch vom Ende des 8. Jahrhunderts. Und die Kräuter, die bei der Arzneiherstellung verwendet werden, wachsen gerade mal hundert Meter entfernt auf dem 2013 neu angelegten Kräutergarten des Klosters Lorsch. Auf fünf Terrassen hinter der Zehntscheune sind 200 verschiedene Pflanzen zu betrachten und zu beriechen. Auch weniger Bekanntes wächst auf den Terrassen, Mönchspfeffer etwa, Wolfsmilch oder Ysop.


Aus einfachen Zutaten, Kräutern und Honig, Schweineschmalz, Bienenwachs und Rosenöl wurden mit Hilfe von Mörser und Schmelztiegel zuerst ein Hustensirup und dann eine Heilsalbe hergestellt. Jeder konnte ein Gläschen Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen.


Werner Fröhlich, 22.09.2015


Sie können den Bericht auch als PDF in der Rubrik "SeHT unsere Umwelt" herunterladen.




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