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Berichte

17. Februar 2016

Warum die Kartoffel Kartoffel heißt — Besuch im Kartoffel- und Heimatmuseum Fußgönheim


Die Pfalz, ein ausgezeichnetes Kartoffelanbaugebiet. Da liegt es nahe das Kartoffelmuseum zu besuchen. Hier erfuhren wir viel über die Geschichte dieser Frucht, ihren Anbau, ihre Züchtungen und auch die Schädlinge. Aber auch Rezepte lernten wir kennen und hörten, dass die Kartoffel, richtig zubereitet, schmackhaft und gesund ist und nicht dick macht.


Ihren Anfang nahm die Kartoffel vor mindestens 6000 Jahren in den Hochebenen der Anden, wo sie den Indios noch heute als Nahrungsgrundlage dient.


Im 12. Und 13. Jahrhundert bauten die Inkas ausgeklügelte Bewässerungssysteme, legten Depots an und kannten schon über 400 Kartoffelsorten. Und sie wandten bereits die Methode des „Gefriertrocknens" an, indem sie die Knollen abwechselnd dem Nachtfrost und der Sonne aussetzten. Dadurch wird die Kartoffel jahrelang haltbar. Forscher bezeichnen sie als „Das Gold der Inkas“.


Bei den Inkas lernten die Spanier die Kartoffel in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts kennen und brachten sie mit ihren Schiffen nach Europa. In Italien erhielt die Kartoffel wegen ihrer ähnlichkeit mit Trüffeln den Namen Tarathopholi. Um 1800 waren in Deutschland die abgeleiteten Wörter Tartuffeln oder Artoffel üblich. Daraus hat sich das Wort Kartoffel entwickelt.

Um das Jahr 1600 gab es in den meisten europäischen Ländern Liebhaber, welche die Kartoffel als kostbare Rarität in ihren Gärten züchteten. Kartoffelblüten erregten damals die Aufmerksamkeit des französischen Hofes. So trug Marie-Antoinette auf Bällen einen Kranz zarter Kartoffelblüten im Haar.


Das Verkosten der oberirdischen Früchte endete oft mit Bauchschmerzen oder Vergiftungserscheinungen, und so entstanden bald zahlreiche Vorurteile gegenüber dieser schön blühenden Pflanze aus übersee. Die Kartoffel erhielt den Ruf einer „Giftpflanze“. Die Geschichte erzählt, dass Friedrich der Große während der Hungersnot von 1740 in der Nähe von Berlin Kartoffelfelder anlegen ließ, die von Soldaten streng bewacht wurden, um Diebe abzuhalten. Friedrich zählte dabei in seiner Weisheit vertrauensvoll auf die menschliche Neugier, die die Bauern alsbald veranlasste, die heimlich entwendeten königlichen Knollen selber anzubauen. Historisch belegt ist in jedem Fall, dass Friedrich der Große per Dekret den Anbau verordnen musste, um sein Volk vor Hungersnöten zu bewahren.


Karl Freidel, der uns durch die Ausstellung führt leibt und lebt für „sein“ Museum. Nicht nur die Geschichte der Kartoffel stellte er uns lebendig vor Augen. Er zeigte uns Besonderheiten und Kuriositäten, erklärte, wie Neuzüchtungen erstehen. In dem kleinen hinteren Raum konnten wir den gedeckten Tisch bestaunen, auf dem die Kartoffel als „Armeleuteessn präsentiert wurde.


Und weil alles so viel Spaß machte, uns gefiel, führte uns Herr Freidel gleich noch in die Abteilung „Landwirtschaft“, wo wir die alten Landmaschinen bewunderten. Natürlich mussten die wuchtigen Traktoren bestiegen werden. Zum Abschluss ging es in die Wäscherei: So sah der Waschtag unserer Mütter und Großmütter aus Zuber und Waschbrett! über 200 Bügeleisen dokumentieren die Entwicklung dieses Gerätes. Ein voller Abend: wir kommen im Herbst wieder, um die anderen Abteilungen anzusehen.



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