SeHT e.V.

Berichte

05. März 2016

Wir bauen ein Insektenhotel


Insekten brauchen ein Hotel? Wozu denn, die haben doch dort keinen Portier und keine Zimmermädchen. Die sind auch gar nicht erforderlich. Denn die Insekten brauchen im Gegensatz zu uns Menschen auch keinen Service, sondern einen Platz zum Leben und Überwintern. Immer mehr Insekten werden aus unseren Städten vertrieben. Wir wollen Ihnen in unserem Hotel einen neuen Lebensraum in der Natur geben.


Technisch gesehen besteht ein solches Hotel aus vielen kleinen Schlupfwinkeln. In der einfachsten Variante reicht ein Holzblock, der mittels Bohrmaschine präpariert wird. Für die Mittelschicht bieten mehrere Bambusstangen circa 10 cm lang und gebündelt in einem Rohr einen komfortablen Platz. Wer auf eine steinerne Behausung Wert legt, für den eignet sich ein Ziegelstein. Die Hohlräume werden natürlich tapeziert, wir leben ja auch nicht in kahlen Wänden. Aber anstelle von Tapeten bevorzugen die Insekten eine Verkleidung aus Holzzweigen. Ein Rahmen aus Holzlatten, eine Rückwand und ein Dach komplettieren die steinerne Behausung. Zum vor Regen wird sogar eine Dachpappe verbaut. Dazu wird noch eine Schnur zur Befestigung montiert und fertig ist die Luxusvilla.


Für jedes dieser Ausführungen erstellte Frau Reiner verschiedene architektonische Zeichnungen. Je nach Vorliebe haben wir eines davon umgesetzt und unser persönliches Insektenhotel gebaut. Die Materialien und einige Werkzeuge brachten wir mit. Für alles andere stellte uns Herr Mühlhölzer seine Scheune mit Werkstatt zur Verfügung. Nur die große Säge bediente er alleine. Für das Zusammenbauen mussten wir uns unser eigenes handwerkliches Geschick aus den Fingern saugen, was glücklicherweise auch unfallfrei gelang.


Derweil die ersten ihre Baustellen eröffneten und auf zugeschnittenes Material warteten, macht der tüchtige Handwerker erst einmal Mittag. So besänftigte ich meinen Magen mit einer Kartoffelsuppe von Frau Bellmann. Natürlich gab es dazu Wiener Würstchen und Brot. Danach konnte ich in Ruhe mit der Arbeit beginnen.


Ich habe eine luxuriöse Villa mit Schrägdach gebaut. Zuerst musste ich mir aber Platz schaffen. Dann sorgfältig das Holz abmessen und die Löcher bohren. Dann musste ich von der Projektleitung erfahren, dass man hinter dem Zeitplan liegt. Von da an war Eile geboten. Die langwierigen Details des Zusammenbaus und weshalb mein Ziegelstein zersprang, möchte ich euch im Folgenden nicht erläutern. Aber so viel sei verraten: Eine Lehmschicht als Wandverkleidung half mir den Schaden zu mindern. Ich hoffe nun, dass mich die Insekten nicht wegen „Pfusch am Bau“ verklagen. Letztendlich gelangt es mir doch noch den Bau fristgerecht fertigzustellen. Mein Dank für den Rohbau des Dachstuhls möchte ich Herrn Mühlhölzer aussprechen. Für die wetterfeste Versiegelung des Daches danke ich abschließend Fräulein Rödl.


Wie die anderen ihr Hotel errichteten, habe ich selbst nur am Rande mitbekommen. Überall war aber emsiges Werkeln, Bohren, Sägen und Hämmern zu hören. Obwohl der Platz recht eng war, kamen wir zurecht, ohne einander auf die Füße zu treten. So verging die Zeit schneller als erwartet.


Wo gehobelt wird, fallen Späne. Die haben wir selbstverständlich vor unserer Abreise noch sachgemäß entsorgt. Die Ergebnisse unserer langen Arbeit wollen wir euch nicht vorenthalten, aber seht doch selbst.


PS.: Nach einem erfolgreichen Hotelumzug ins Grüne, dauerte es fast einen Monat, bis mir vom Hotelmanagement berichtet wurde, dass die ersten Zimmer bereits erfolgreich vermietet wurden.


Joachim Mees



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Termine

26.06.2018
Rechtliche Betreuung


22. - 24.06.2018
Grenzerfahrungen – Wochenende in Niederbronn les bains


20.07.2018
Grillen bei Familie Mühlhölzer in Ellerstadt


04. - 11.08.2018
Trainingsfreizeit in Nürnberg


20. - 21.10.2018
Bundesfachtagung, KSI Siegburg