SeHT e.V.

Berichte

06. – 09. Juni 2016

Unsere Teilnahme an der „Woche der Umwelt“ im Schloss Bellevue


Was steckt hinter dem Namen „Woche der Umwelt“?

Die „Woche der Umwelt„ ist eine große Ausstellung, für die insgesamt nur 200 Aussteller zugelassen worden waren. Sie präsentierten herausragende Erfindungen mit den inhaltlichen Schwerpunkten Biologie, Chemie und Technik, die alle mit dem Schutz der Umwelt zu tun haben.
Als Aussteller waren überwiegend große Unternehmen, auch einige kleine Firmen sowie Universitäten mit ihren hoch spezialisierten Forschungsprojekten zu finden.
Unsere Gruppe von SeHT-RLP war als Selbsthilfegruppe mit ihren sozial ausgerichteten Projekten eine Ausnahme unter den Ausstellern. Statt irgendwelcher Erfindungen zeigten wir unsere 68 Projekte zur Umweltbildung, die wir in den vergangenen zehn Jahren durchgeführt hatten, um unsere Umwelt viel genauer kennenzulernen.


Wie sah unser Stand aus?

Unser Stand mit einer Fläche von 3m x 3m und drei Wänden war im wahrsten Sinne des Wortes eine Nische, die für uns genau passend war. An der Rückwand hingen drei große Messetafeln, für die Inge Bellmann und Werner Fröhlich die Texte geschrieben und einige Fotos ausgewählt hatten. Besucher, die vorne am Stand vorbeigingen, konnten die Bilder und die Texte gut lesen und an diesen Beispielen einen ersten Eindruck davon bekommen, was unsere SeHT-Gruppe in den letzten Jahren gemacht hatte.
Die Themen der Messetafeln waren wohl durchdacht ausgewählt worden und passten optimal zu den großen Themenbereichen der gesamten Messe: „In den Rheinauen“ (Biologie), „Im Kräutergarten vom Kloster Lorsch“ (Biologie und Chemie) und „Abfallentsorgung im modernen Müllheizkraftwerk“ (Technik).


Wie hatten wir unsere Umwelt-Projekte aus den letzten Jahren an diesem Stand präsentiert?

Inge Bellmann hatte mit viel Zeitaufwand ganz unterschiedliche Materialien zusammengestellt, mit denen wir unsere Aktivitäten im Rahmen von „SeHT – unsere Umwelt“ vielen Interessierten sehr anschaulich erklären konnten:


Wie liefen die beiden Tage bei der „Woche der Umwelt“ für uns an unserem Stand ab?

Wie es bei jeder Messe völlig normal und üblich ist, gingen die meisten Messebesucher einfach an unserem Stand vorbei und warfen nur einen flüchtigen Blick auf unsere Info-Tafeln und unsere Materialien. Das war gut so, denn an beiden Tagen waren jeweils über 7 000 Personen auf dem Gelände und es wäre für uns unmöglich gewesen, so vielen Leuten etwas über SeHT zu erzählen.


Pro Tag blieben etwa 40 Messebesucher jedoch stehen und schauten sich interessiert die Fotobücher, die Memory-Karten und die anderen Materialien an. Die verschiedenen Spiele fanden großes Interesse und wurden gelobt. Die Leute hörten unseren Erklärungen aufmerksam zu und stellten verschiedene Fragen, um Manches noch etwas genauer zu erfahren. Hier erzählen Christa, Martin und Andreas, was sie gemacht haben, wenn sie am Stand „Dienst“ hatten:
Christa: „Eine Politikerin war da, der habe ich erzählt, was wir machen bei SeHT – ich habe ihr z.B. unser Plakat vom Müllheizkraftwerk erklärt.“

Martin: „Ich habe unsere Fotobücher und die anderen Sachen gezeigt und Werner und Karl unterstützt.“

Andreas: „Ich habe mich viel um die Technik gekümmert und auf dem Laptop unsere Filme gezeigt.“

Insgesamt waren wir fast durchgehend mit irgendwelchen Gesprächen beschäftigt und die freie Zeit dazwischen war notwendig und gut, um etwas zu essen, Kaffee zu trinken usw. und natürlich auch, um mal den einen oder anderen Stand anzuschauen.


Wer waren unsere Gesprächsteilnehmer?

Eins gleich zu Anfang: Bundespräsident Joachim Gauck gehörte leider nicht zu unseren Gesprächsteilnehmern. Er war nicht zu unserem Info-Stand gekommen, denn er hatte nur zehn ausgewählte Stände besuchen können und wir gehörten zu den übrigen 190 Ausstellern, für die seine Zeit einfach nicht gereicht hatte.
Trotzdem waren wir nicht enttäuscht, denn abends beim offiziellen Empfang im Schlosspark ging er ganz nahe an uns vorbei und ließ sich von Andreas und vor allem von Christa aus wenigen Schritten Entfernung gerne fotografieren.

Nun zu unseren tatsächlichen Gesprächsteilnehmern:
Bei dieser Ausstellung gab es einerseits die Leute, die gekommen waren, um ihre Erfindungen zu zeigen, und es gab andererseits die Besucher, die gekommen waren, um genau diese Erfindungen zu sehen.


Was waren ihre Rückmeldungen über unsere Arbeit bei SeHT?

Alle diese Menschen waren irritiert und überrascht, dass zwischen all den wissenschaftlich und technisch ausgerichteten Ständen unser Projekt zu sehen war, ohne dass wir etwas Wissenschaftliches oder Technisches erfunden oder produziert hatten.
Nachdenklich standen diese Menschen oft da, betrachteten ganz konzentriert unsere Messetafeln und Bildmaterialien und versuchten den Grund herauszufinden, warum wir überhaupt auf dieser Messe vertreten sein durften.


Meistens sprachen wir sie einfach an, um ihnen aus dieser Irritation herauszuhelfen. Unsere Erklärung war – von Inge Bellmann auf der Titelseite eines Flyers treffend formuliert – eigentlich ganz einfach: „Wir sind eine Selbsthilfegruppe, die sich zum Ziel gesetzt hat, Umweltbildung für und mit Menschen mit Beeinträchtigungen durchzuführen.“
Dieser eine Satz war dann der Einstieg für das Gespräch und wir konnten ein paar konkrete Beispiele dafür nennen und anhand der Fotobücher und der Memorys etc. sogar zeigen.


Die Reaktion unserer Gesprächspartner begann jedes Mal mit einem großen Staunen: „Das haben Sie alles gemacht? Das meiste davon habe ich ja selber niemals gesehen. Auf einer Hallig war ich noch nicht, im Moor auch noch nicht und in einem mittelalterlichen Kräutergarten auch nicht. Eine Heilsalbe habe ich noch nie selber gemacht ich weiß gar nicht, wie das geht – und ein Insektenhotel habe ich auch noch nie gebaut...“.
Das Staunen wurde mit jedem neuen Projekt und den dazugehörenden Fotos größer. Es wurde mehr und mehr klar, welche Menschen (– nämlich die Besucher –) hier ein Wissensdefizit hatten und welche anderen Menschen (– nämlich unsere SeHT-Gruppe) im Laufe der Jahre auf diesen Gebieten den Wissensvorsprung und die Fähigkeiten aufgebaut hatten.


Nach dem Staunen folgten ein freundlicher Neid und spontane Wünsche: „Ich beneide Sie darum, was Sie mit Ihren Gruppen in diesem Projekt so alles gemacht haben. Ich wünschte, ich wäre auch dabei gewesen!“

Und schließlich endeten diese Gespräche mit Bewunderung und Respekt: „Es ist wunderbar, dass Sie diese Projekte über so viele Jahre so konsequent durchgeführt haben. Alle Achtung! Und machen Sie weiter, das ist ja wirklich eine ganz tolle Sache!!!“


Was haben wir von der „Woche der Umwelt“ mitgenommen? Was möchten wir anders machen in Zukunft?

Da sind zunächst die guten Vorsätze, die die berühmten Leute sich genauso vornehmen wie wir es tun.
Helmut und Julia: „Die Organisatoren der Woche der Umwelt haben einen Vortrag gehalten und unter anderem den Bundespräsident Gauck gefragt, was er denn anders machen möchte in Bezug auf Umweltschutz, wenn er dann bald in Rente ist – er möchte z.B. seine Marmelade selbst machen.“

Julia: „Ich finde es gut, dass man z.B. jetzt Plastiktüten bezahlen muss – ich nehme keine mehr.“

Susanne: „Ich achte mehr darauf das Licht auszumachen.“

Andy: „Ich werde weniger Energie verbrauchen – das ist aber nicht einfach!“

Wir alle haben uns vorgenommen, bei unseren SeHT-Wochenenden und Freizeiten weniger Müll zu produzieren und nehmen nächstes Mal einen großen Sack Kartoffeln, Äpfel in der Kiste, Karotten usw. – vielleicht backen wir auch mal unser Brot selbst und holen nicht immer alles fertig eingepackt beim Discounter...


Wie war es, im Schloss Bellevue zu sein und zum Empfang beim Bundespräsidenten geladen zu sein?

Julia: „Das Beste war, dass wir den Bundespräsidenten gesehen haben – ich habe sogar ein Selfie mit ihm. Und der Park ist einfach prachtvoll.“

Martin: „Es war eine tolle Atmosphäre!“

Christa: „Der Bundespräsident hat eine schöne Rede gehalten und ich konnte ganz nah ein Bild von ihm machen – die Securitys haben es erlaubt.“

Helmut und Martin: „Es war eine große Ehre, zum Empfang beim Bundespräsidenten geladen zu sein.“

Andrea: „Ich habe immer gedacht, dass es sehr anstrengend für Herrn Gauck sein muss, immer von Sicherheitspersonal umgeben zu sein, trotzdem war er sehr locker und sympathisch.“



Wir nehmen also insgesamt ein paar gute Vorsätze und viele wunderbare Erinnerungen mit...

Karl Gajewski




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