SeHT e.V.

Berichte

06. September 2016

Le Écomusée d’ Alsace et le Grand Ballon


Der Morgen begann entspannt mit einem Frühstück. Danach fuhren wir mit unseren zwei Bussen ins Écomusée d’ Alsace in Ungersheim. Für das Museum waren verschiedene Gebäude aus der Zeitgeschichte des Elsass neu aufgebaut worden.
Im Museum begann unsere Tour mit einer Stocherkahnfahrt. Wir hatten Glück, dass wir uns nicht aufteilen mussten, weil auf den Kahn nur 20 Personen Platz hatten. Wir fuhren auf dem Fluss vorbei an einer alten Mühle, sahen Enten, Libellen und Wasserläufer, duckten uns unter den Ästen und Brücken und begrüßten die Fische, aus dem Kahn heraus. Von der Anlegestelle aus am anderen Ende, konnte jeder für sich, in kleinen Gruppen, das Dorf erkunden. Mich zog es ins Wehrhaus von Mulhouse, einem Turm in der Stadtmauer von Mulhouse aus dem 12. bis 13. Jahrhundert. Daneben war ein mittelalterlicher Garten aus dem 14. bis 15. Jahrhundert angelegt. Er enthielt Pflanzen, die auf der Pflanzenliste „Kapitular von Villis“ von Karl dem Großen standen. Vom Turm aus hatte man einen tollen Blick auf die Vogesen.


Um halb Zwei fanden sich die meisten bei der Fütterung der Schweine ein. Der Tierwärter erklärte in Französisch die Lebensgewohnheiten der Tiere und Andrea dolmetschte für uns. Nachdem die Schweine gefressen haben, sich im Dreck suhlten, uns beschnüffelten und im Wasser planschten, nahmen sie uns mit zu sich nach Hause, in den Stall. Darin wohnen auch Vögel und Schafe. Danach besuchten wir das Bienenhaus von Hausgauen aus dem 20. Jahrhundert. Darin konnten wir die fleißigen Bienen bei der Arbeit bewundern und interessante Fakten über ihre Anatomie und ihr Leben erfahren.
Wir trafen uns wieder auf dem „Place des Charpentiers“. Dort wurden uns einige Arbeitstiere aus der damaligen Zeit vorgestellt: Esel, Pferde und ein Ochse. Nach dem Besuch eines kleinen Wohnhauses aus dem Dorf Koetzingue, einer typischen Behausung für eine Familie für Landarbeiter oder Kleinbauern aus dem 19. Jahrhundert, und der Besichtigung des Hofes von Rumersheim, einem geschlossenen Bauernhof mit Taubenschlag (Oberhergheim, 18. Jhd), Scheune (Hirtzbach, 18. Jhd) und Nebengebäude (Merxheim, Anfang 19. Jhd), besuchten wir die Boulangerie. Heutzutage wird das Brot in der Regel vom Bäcker gebacken, jedoch bereitete zu Beginn des letzten Jahrhunderts jede Familie ihr eigenes Brot zu. Solange der Ofen noch heiß war, wurden die übrig gebliebenen Teigreste ausgerollt und mit Sahne und Obst oder Zwiebeln belegt: der Ursprung des Flammkuchens. Nach dieser historischen Entdeckung musste ich sogleich einen essen.
Nach der kleinen Stärkung besuchten wir den Schmied, machten eine Kutschfahrt über die landwirtschaftlich genutzten Felder, gingen zum Töpfer, zum Böttcher (dem Handwerker zur Herstellung von Fässer), zum Fischer, sahen zu, wie eine Kuh beim gemolken wurde, und drückten die Schulbank. So schnell wie der letzte Satz ging auch unser Aufenthalt im Écomusée d’ Alsace zu Ende. Es gab noch viel Interessantes zu entdecken, aber der Tag dauerte nicht ewig. Allgemein fanden alle das gesamte Museum mit den lebendigen Tieren – die Biber und Störche gilt es noch zu erwähnen – war ein schöner Ausflug.


Mein persönliches Highlight aber sollte erst noch stattfinden: die Fahrt auf den Grand Ballon, der mit über 1424 Metern der höchste Berg der Vogesen ist. So fuhren wir auf der Route National weiter und standen erst einmal im Stau. Nach spontaner Entscheidung zu einem Umweg bogen wir ab und standen dann vor einem Bahnübergang. Wie es der Zufall wollte, senkten sich die Schranken und wir warteten eine gefühlte Ewigkeit auf den Zug. Nachdem dieser uns passiert hatte, ging die Fahrt weiter bis auf den Berg nach oben. Im ersten Bus wurde gesungen und geschaukelt, im zweiten Bus blieb das 7 km Schild den Mitfahrern im Gedächtnis. Noch 7 km bis zum Grand Ballon ...und die Stimmung war dahin. Die Fahrt zehrte etwas an den Kräften. Doch für jeden der hoch gelaufen ist, war die Aussicht auf der Aussichtsplattform überwältigend.


Joachim Mees





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