SeHT e.V.

Berichte

12. Mai 2017

Wo kommt der viele Sand her? – Spaziergang auf dem Lehrpfad durch die Dünen zwischen Dudenhofen und Speyer



Wenn wir es nicht besser wüssten und sogar gesehen hätten, es ist kaum zu glauben: ganz in unserer Nähe zwischen Dudenhofen und Speyer gibt es Dünen. Durch Verbuschung und Kiefernbestand waren sie überwiegend als Sandrasen- und Binnendünenlebensräume verloren gegangen.


Im Rahmen des Projektes „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ hat der NABU Rheinland-Pfalz den „Dünenpfad Dudenhofen“ erstellt und 2016 eröffnet. Dorthin bebaben wir uns an diesem schönen Maiabend. Dünen kennt man vor allem von den Meeresküsten. Wenn sie fernab vom Meer vorkommen, werden sie als „Binnendünen“ bezeichnet. Im Oberrheingraben zieht sich von Rastatt bis Mainz links und rechts des Rheins ein Band solcher Binnendünen. An einigen Stellen sind sie deutlich sichtbar, so auch die Binnendünen bei Speyer mit dem Ameisenbuckel. Dieser „Sandhügel“ ist mit einer Länge von 250 Metern, einer durchschnittlichen Breite von 30 Metern und einer Höhe von etwa 5 Metern die grö ßte noch unbewachsene Düne in Rheinland-Pfalz.


Doch woher kommen diese Massen an Sand? Ein Gro ßteil stammt aus dem Flussbett des Rheins. Dieses muss man sich wesentlich breiter vorstellen als heute. Als ungebändigter Fluss verlagerte der Rhein seinen Lauf immer wieder, zwischen den Verzweigungen lagen grö ßere Kies- und Sandbänke. Als während der letzten Eiszeit vor ca. 150.000 Jahren gro ße Teile des Flussbettes trocken fielen (gro ße Wassermassen waren als Eis in riesigen Gletschern gebunden) und auch die spärliche Vegetation den sandigen Untergrund nicht festhalten konnte, wurden die Sandkörner vom Wind über weite Strecken fortgetragen. An etwas höher gelegenen Stellen des Rheintals wurden die Sandkörner wieder abgelagert, meist an den Niederterrassen des Rheins. Ein Gro ßteil des Sandes der Speyerer Dünen stammt aber aus dem westlich des Oberrheingrabens gelegenen Pfälzer Wald, der aus Buntsandstein aufgebaut ist. Die Bäche des Pfälzer Waldes transportierten gro ße Mengen an Sand von dort in die Rheinebene, so auch der Speyerbach, der Modenbach und der Hainbach. In der Rheinebene breiteten sich die Bäche aufgrund des geringen Gefälles und der damit verbundenen geringen Fließgeschwindigkeit fächerartig aus. Die mitgeführten Sandkörner wurden abgelagert. Während der Eiszeit konnte der Wind den Sand dieser Schwemmfächer zu Dünen anhäufen. Die Winde kamen auch damals vorwiegend aus Südwest, so dass die Dünen sich auch in dieser Richtung bildeten und auch wanderten. Mit der zunehmenden Erwärmung kamen die Pflanzen zurück, deren Wurzeln den Boden nun wieder festhielten. Die Wanderung der Dünen kam zum Stillstand. Im Laufe der Zeit breitete sich Wald aus.


Auf dem ca. 2 km langen Rundweg bekamen wir einen wunderbaren Einblick in die Welt der Binnendünen. 6 Tafeln informieren genauestens über die typische Tier– und Pflanzenwelt dieses trockenen und sandigen Lebensraumes. Die seltenen Kleintiere konnten wir allerdings nicht entdecken. Zu gerne hätten wir einen Ameisenlöwen fotografiert. Wir waren aber auch zu sehr damit beschäftigt diese gro ßartige Landschaft in uns aufzunehmen und den schönen milden Maiabend zu genie ßen.




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