SeHT e.V.

Berichte

18. Mai 2017

Europa ganz nah – SeHT in Straßburg



Das Angebot der SeHT–Landesvereinigung Rheinland-Pfalz zu einer Tagesfahrt nach Straßburg am 18. Mai 2017 fand reges Interesse. Die Vorsitzende Inge Bellmann hatte für über 30 Teilnehmer ein Programm mit einem touristischen und einem politischen Teil organisiert: Am Nachmittag fand eine Führung im Gebäude des Europäischen Parlaments statt. Zuvor konnte die SeHT–Gruppe bei einer eineinhalbstündigen Bootsfahrt rund um die Innenstadt Wissenswertes über Geschichte, Bauwerke sowie wirtschaftliche und politische Bedeutung Straßburgs erfahren. Und zwischendurch war noch Zeit, selbständig einen Stadtbummel in Straßburg zu unternehmen.


Straßburg: Hauptstadt der Kultur, der Wissenschaft und der Politik mitten in Europa – immer wieder reizvoll gerade für Pfälzer Nachbarn, die nur wenig mehr als eine Stunde Fahrzeit aufwenden müssen. Es gibt neben dem berühmten Straßburger Münster und dem malerischen Altstadtviertel „Petite France“ bei jedem Besuch neue Sehenswürdigkeiten zu entdecken und zu staunen über die Vielfalt der Angebote in Restaurants, Konditoreien, Kaufhäusern und Galerien. Die Audio-Führung während der Fahrt auf dem Panorama–Boot ließ aber auch die dunklen Seiten in der jüngeren Geschichte Straßburgs nicht unerwähnt. Nachdem Elsass–Lothringen 1871 als Kriegsbeute von Deutschland vereinnahmt worden war, kam es nach Ende des Ersten Weltkriegs 1914 – 1918 wieder zurück an Frankreich. Der Zweite Weltkrieg führte zur Evakuierung der Straßburger Bev ölkerung, zur Besetzung durch deutsche Truppen und zu erheblichen Kriegsschäden. Besonders bitter war für die Elsässer, dass während des Zweiten Weltkriegs 100.000 von ihnen gegen ihren Willen zur Wehrmacht und zur Waffen–SS eingezogen wurden – „malgré nous“ – und dass sie nach 1945 zusätzlich darunter zu leiden hatten.


Umso bedeutsamer war, dass es Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem franz ösischen Präsidenten Charles de Gaulle nach dem Zweiten Weltkrieg gelungen ist, den Grundstock für die deutsch-franz ösische Einigung und für dauerhaften Frieden zwischen den früheren „Erzfeinden“ zu legen. Auf franz ösischer Seite sind die Politiker Jean Monnet und Robert Schuman als treibende Kräfte der europäischen Integration hervorzuheben.


Das Europäische Parlament, dem der Besuch der SeHT-Gruppe am Nachmittag galt, ist neben Brüssel ein Arbeits– und Tagungsort der 750 direkt gewählten Abgeordneten aus 28 Mitgliedsstaaten. Die Besuchergruppe hatte Gelegenheit, eine Plenarsitzung zu besuchen, in der gerade eine Aussprache stattfand. Hierbei ging es um unterschiedliche Angaben zur Zusammensetzung und zum Geschmack von Produkten auf den Märkten in mittel–/osteuropäischen und westeuropäischen EU–Mitgliedstaaten. Die Redebeiträge werden gleichzeitig in die jeweiligen Sprachen der Mitgliedsländer übersetzt, wobei die Besucher die deutsche Übersetzung über Kopfh örer mitverfolgen konnten.


Eine Mitarbeiterin des Informationsbüros führte durch das hypermoderne Gebäude, gab einen Überblick über die Geschichte und die Arbeitsweise des Europäischen Parlaments und beantwortete Fragen – unter anderem, warum die Zahl der Abgeordneten in dem riesigen Plenarsaal geringer war als die Zahl der Besucher auf den Emporen. Weitere Fragen galten dem anstehenden Austritt Groß-Britanniens aus der EU und der Rolle von Abgeordneten, die eigentlich die EU aufl ösen wollen.


Im Ergebnis zeigte sich, dass die Besucher aus Rheinland–Pfalz die Bedeutung der Europäischen Union zu schätzen wissen und dass sie an den europapolitischen Vorgängen interessiert sind. Dazu mag auch beigetragen haben, dass die SeHT–Landesvereinigung Rheinland–Pfalz im Vorfeld des Besuchs in Straßburg ein europapolitisches Wochenende in Niederbronn les Bains durchgeführt hat. So wussten die SeHT–Mitglieder zum Beispiel dadurch zu beeindrucken, dass sie die 28 Flaggen der Mitgliedsländer richtig zuzuordnen wussten.


Werner Fr öhlich




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