SeHT e.V.

Berichte

09. Juni 2018

Deckel für Polio-Schutzimpfung

Die SelbständigkeitsHilfe bei Teilleistungsschwächen – Landesvereinigung Rheinland-Pfalz (SeHT) beteiligt sich an dem von Rotary initiierten Projekt „Deckel drauf“ zur weltweiten Bekämpfung von Kinderlähmung. Innerhalb eines Jahres hat die Erwachsenen-Selbsthilfegruppe des Vereins über 100.000 Kunststoffdeckel von Ein- und Mehrwegflaschen oder Getränkekartons gesammelt und diese bei der Sammelstelle des BDKJ in Speyer abgegeben.¹


Kunststoffdeckel aus hochwertigen Kunststoffen (HDPE und PP) können granuliert und stofflich verwertet werden. Wenn diese Kunststoffe sortenrein gesammelt werden, werden sie zu begehrten Rohstoffe für die Herstellung neuer Kunststoffprodukte, z.B. Flaschen oder Textilien. Diese Art der Verwertung ist umweltfreundlich und hochwertig, denn die Altkunststoffe ersetzen Erdöl, das sonst gebraucht würde, um neue Kunststoffe herzustellen.


Bei sortenreiner Sammlung ist für Kunststoffdeckel ein Verkaufserlös zu erzielen. Mit dem Verkaufserlös unterstützt die Aktion „Deckel drauf“ das Programm „End Polio Now“, mit dem erreicht werden soll, dass niemand mehr an Kinderlähmung erkrankt.


Polio oder Kinderlähmung ist eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit, die zur Verformung von Gliedmaßen und zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen kann. Die Polioviren können bisher nur durch Impfungen wirksam bekämpft werden. Aufgrund der konsequenten Impfung gilt Polio heute in Deutschland offiziell als ausgerottet. Weltweit gibt es jedoch noch einige Länder, in denen die Krankheit auftritt.


Inge Bellmann, Vorsitzende der SeHT-Landesvereinigung Rheinland-Pfalz, macht deutlich, warum ein Selbsthilfeverein, der selbst Empfänger von Spenden ist, aktiv an gemeinnützigen Aktionen mitwirkt: „Es geht um Teilhabe. Wirkliche Teilhabe heißt nicht nur Nehmen, sondern auch Geben. Indem sich unsere Mitglieder für gemeinnützige Projekte, wie das Sammeln von hochwertigen Kunststoffen, einsetzen, nehmen sie teil am gesellschaftlichen Leben und helfen anderen Menschen.“


Die Aktion ist für Inge Bellmann zugleich auch Teil des Bildungsprogramms von SeHT. „Wir lernen durch Mitmachen. Wir stehen nicht am Rande, sondern sind mittendrin. Umweltschutz und Nachhaltigkeit kann jeder am Beispiel des Umgangs mit alltäglichen Dingen, wie Kunststoffdeckeln, nachvollziehen. Jeder kann mitmachen und jeder kann zum Gemeinwohl beitragen. Und: Wir sammeln weiter!“


Helmut W., langjähriges Mitglied bei SeHT, hat sich aktiv am Deckelsammeln, am Verwiegen der Säcke und bei der Anlieferung an der Sammelstelle beteiligt. „Ein stolzes Ergebnis. Wir haben ein Gesamtgewicht von 201,5 Kilogramm erzielt, das sind über 100.000 Kunststoffdeckel. Das heißt, allein mit unserem Sammelerlös können Schutzimpfungen für 200 Menschen finanziert werden.“ Helmut W. erinnert sich noch an seine eigene Polio-Impfung: „Es hieß damals: Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam. Ich glaube, das war eine gute Sache. Früher gab es Kinderlähmung auch in Deutschland, ich selbst kenne aber niemand, der an Kinderlähmung erkrankt ist. Ich freue mich jedenfalls, dass wir mit unserem kleinen Beitrag bei der weltweiten Ausrottung der Kinderlähmung helfen können.“


Werner Fröhlich



1) Die gesammelten Kunstsiffdeckel gehen weiter an die für den Umkreis von Speyer zuständige Niederlassung Schifferstadt des Abfallverwertungsunternehmens Jakob Becker Entsorgung GmbH

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