SeHT e.V.

Berichte

02. September 2018

Zeitgeschichte hautnah – Besuch im Westwallmuseum Bad Bergzabern

Eine Gruppe der SeHT-Landesvereinigung Rheinland-Pfalz besuchte am Sonntagnachmittag 2. September 2018 das Westwallmuseum Bad Bergzabern. Dieser Besuch, wie zuvor schon die Besichtigung der französischen Maginot-Linie im Rahmen des SeHT-Seminars „Grenzerfahrungen“ in Niederbronn les Bains im Juni 2018, reiht sich ein in das politische Bildungsprogramm von SeHT. Wochenend- und Tagesseminare sowie Besuche politischer Institutionen und historischer Stätten sollen vermitteln, wie Politik funktioniert und dass es spannend ist, sich mit politischen und zeitgeschichtlichen Themen zu befassen. Das Westwallmuseum ist in den letzten beiden noch erhaltenen Artilleriebunkern des Westwalls in der Südpfalz untergebracht. Die Stadt Bad Bergzabern übernahm in den




1990er Jahren die verfallene Bunkeranlage, ließ sie unter Denkmalschutz stellen und bestellte ehrenamtliche Kräfte, die den Ausbau zu einem Museum in die Hand nahmen. Die SeHT-Besuchergruppe hatte das Glück, dass mit Hans Fuchsgruber ein Experte die Führung begleitet hat, der selbst maßgeblich am Herrichten und Ausbau der Bunker sowie an der Sammlung von Ausstellungsstücken beteiligt war und der alle Fragen zur Technik der Bunkeranlagen und zu den historischen Zusammenhängen beantworten konnte.




Für die Eltern- und Großelterngeneration–diesseits und jenseits der Grenze–brachten schon die Kriegsvorbereitungen große persönliche Belastungen mit sich, verstärkt durch die Kampfhandlungen am Ende des Kriegs und die Hungerjahre nach dem Krieg. Die Grenzregion musste mehrfach geräumt („evakuiert“) und wiederbesiedelt werden, landwirtschaftliche Flächen wurden enteignet, Dörfer wurden zerstört und Tausende Menschen wurden „dienstverpflichtet“, um beim Bau der Bunker, Gräben und Panzersperren mitzuhelfen. Ein Teilnehmer der SeHTBesuchergruppe konnte sich erinnern, dass er selbst als 8-jähriger Bub seinen Vater begleitet hat, der zu Ausschachtungsarbeiten beim Bau des Westwalls eingezogen worden war.




Der 2. Weltkrieg und die sinnlosen Opfer, die von der Bevölkerung vor, während und nach dem Krieg zu tragen waren, sind 73 Jahre nach Kriegsende weitgehend aus dem Bewusstsein entschwunden. Frankreich und Deutschland, die sich in zwei Weltkriegen als erbitterte Gegner bekämpft haben und die Ende der 1930er Jahre mit riesigem Aufwand den Westwall auf deutscher Seite und die Maginot-Linie auf französischer Seite gebaut haben, sind heute Teil der europäischen Union und niemand kann sich vorstellen, dass sie noch einmal Krieg gegeneinander führen werden.


Werner Fröhlich

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Termine

26.06.2018
Rechtliche Betreuung


22. - 24.06.2018
Grenzerfahrungen – Wochenende in Niederbronn les bains


20.07.2018
Grillen bei Familie Mühlhölzer in Ellerstadt


04. - 11.08.2018
Trainingsfreizeit in Nürnberg


20. - 21.10.2018
Bundesfachtagung, KSI Siegburg