
Zum Jahresprogramm der SeHT-Landesvereinigung Rheinland-Pfalz gehören immer wieder auch Aktivitäten in der Natur. Einer der Höhepunkte des Jahres 2026 war eine Fahrt auf dem nach historischem Vorbild nachgebauten Römerschiff „Lusoria Rhenana“.
Die „Lusoria Rhenana“ wird bereitgestellt für erlebnisorientierte Exkursionen vom Verein zur Förderung von Umweltbildung und römischer Geschichte e.V. in Neupotz, Landkreis Germersheim. Der Verein verfolgt das Ziel, an Bord des Schiffes römische Geschichte zu vermitteln und lebendig zu gestalten.
Die „Lusoria Rhenana“ ist ein Flusskriegsschiff der spätrömischen Zeit mit einer Länge von 18 Metern und einer Breite bis zu 2, 80 Meter. Zudem kann ein Mast von etwa 9 Metern errichtet werden. Das Gewicht beträgt rund 5 Tonnen. Der Schiffsrumpf besteht komplett aus Eichenholz, Kiel, Spanten und Planken werden durch über etwa 4000 handgeschmiedete Eisennägel zusammengehalten. Für das Schiff wurde ein eigener Anlegesteg mit Bootshaus in der Nähe des Anglerheims gebaut.
Es finden 24 Ruderer Platz, je zwölf auf jeder Seite. Die SeHT-Delegation konnte auch genau 24 Ruderer stellen, die sich kräftig in die Riemen legen mussten und bei strahlendem Sonnenschein ins Schwitzen gerieten. Die Fahrt ging, immer wieder durch Verschnaufpausen unterbrochen, etwa zwei Stunden über den Setzfeldsee, einen Altrheinarm im Vogelschutzgebiet Hördter Rheinaue. Das gab Gelegenheit, die typische Flora und Fauna der Altrheinlandschaft kennenzulernen, darunter Graureiher, Störche und verschiedene Gänse- und Entenarten.
Eine besondere Erfahrung für die Teilnehmer war das Gemeinschaftsgefühl, das sich unmittelbar einstellt, wenn einem bewusst wird, dass sich ein Ruderschiff nur vorwärts bewegt, wenn alle im gleichen Takt und Rhythmus rudern und sich nach den Kommandos des Schiffsführers richten. Ohne das würde sich das Schiff nur orientierungslos im Kreis drehen. Die Teilnehmer wurden in erste Grundregeln der Schifffahrt eingeweiht, lernten, was Backbord und Steuerbord ist, wie im Takt vorwärts und rückwärts gerudert wird und waren schließlich in der Lage, das Schiff zentimetergenau und unfallfrei am Landesteg anzulegen.
Die Fahrt brachte mehrere Gewinne: Körperliche Betätigung im Freien, Naturgenuss, Gemeinschaftsgefühl und nicht zuletzt Erweiterung der Kenntnisse über Geschichte und Schifffahrtstechnik. Der ehrenamtlich tätige Schiffsführer Peter Frank verstand es, in unterhaltsamer Weise die Zeit der Römer in Deutschland lebendig zu machen. Ausgerechnet der Jüngste aus der SeHT-Familie erwies sich hierbei als der beste Kenner der lateinischen Sprache und wurde darauf vom Schiffsführer mit dem Titel „Maximus Germanicus“ bedacht.

